Veränderungen in der Pinguinpost

Seit meinem letzten Post zu dem Thema Pinguinpost bzw. Klassenblog gibt es ein paar Neuigkeiten.

Äußerlichkeiten
Ich habe das „Theme“ geändert. Wie der Blog aussieht wird bei WordPress von einem sogenannten Theme bestimmt. Diese können leicht ausgetauscht werden. Die Auswahl im Internet ist groß. Diese Themen sind überwiegend in englischer Sprache – es gibt aber auch eine Auswahl übersetzter. Ich habe mich für die Theme Slide-O-Matic entschieden, da sie sehr klar und strukturiert ist. Obwohl dies prinzipiell „deutsch“ ist, musste ich noch ein paar kleine Änderungen vornehmen und beispielsweise den Begriff Comments in Kommentare umwandeln und das Datum eindeutschen. Darüber hinaus hab ich noch die Darstellung weiterer Informationen reduziert. Behalten habe ich nur die Information, wer die Texte wann geschrieben hat.

Avatare
Eine weitere Änderung: Es gibt jetzt Avatare – kleine Bilder, welche die Kinder gemalt haben und jetzt neben ihren Kommentaren erscheinen. So sehen die Kinder auf einen Blick, wer welche Antwort geschrieben hat. Dafür habe ich im Internet das Plugin „Post Avatar“ gefunden.

Kommentare erlaubt
Bisher sind fast nur Inhalte im Blog, die von den Kindern mit Bleistift geschrieben und von mir dann eingescannt wurden. In erster Linie sind dies freie Texte, entstanden im Unterricht im Rahmen des Wochenplans. Dieser enthält seit ein paar Wochen die (Pflicht-)Aufgabe, eine Geschichte pro Woche zu schreiben. Weitere inhaltliche Vorgaben gibt es nicht.
Da ich aber die Arbeit für das Einstellen der Texte übernehmen muss, die Kinder aber langfristig eigen- und selbstständig mit dem blog umgehen sollen, habe ich diese Woche damit begonnen, mit den Kindern das Kommentieren zu üben.
Als Anlass für die Kommentare habe ich Bildimpulse mit der kurzen Fragestellung „Was ist das?“ gewählt. Die Kinder drücken auf den Kommentarbutton und beantworten dies mit einem Satz. Dies zeige ich einigen Kindern direkt am Rechner im Klassenzimmer und die geben dies dann später an andere weiter (Schneeballprinzip). Den Kindern, die ich bisher instruiert habe, fiel das sehr leicht und sie haben es schnell gelernt.
In den nächsten Wochen sollen alle Kinder Kommentare schreiben. Vielleicht werden sie dann auch zu Hause öfter von der Kommentarfunktion gebrauch machen.

Keine Arbeitsblätter mit Word

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Meiner Meinung nach sind Word und OpenOffice nicht dafür geeignet, Arbeitsblätter zu erstellen. Word ist eigentlich ein reines Textverarbeitungsprogramm. Die Erstellung von Arbeitsblättern mit Fotos und Grafiken ist damit sehr mühselig und kompliziert. Dass geht besser! Sehr gute Erfahrung hab ich mit Software gemacht, die eigentlich für die Erstellung von Diagrammen gedacht ist. Für Windows ist dies in erster Linie das sehr komplexe und teuere Visio. Die einfachere und günstigere Mac-Variante heißt Omnigraffle. Dieser Gruppe von Software ist gemeinsam, dass sie eine Bibliothek an Formen anbietet, die der Anwender einfach auf die freie Arbeitsfläche ziehen kann. Die Formen können skaliert, zu Gruppen zusammengefasst und den aktuellen Erfordernissen angepasst werden. Die Möglichkeit, Schriften und Bilder zu ergänzen ist natürlich auch stets gegeben. Alle Programme bieten darüber hinaus noch Unterstützungen für das Layout. Durch die Möglichkeit, eigenen Bibliotheken anzulegen, kann man sich zum Beispiel eine Sammlung von Aufgabenformaten zulegen, den man nach Bedarf auf sein Arbeitsblatt ziehen kann.

Mittlerweile gibt es diese Art von Anwendungen auch online. Auf der Seite lucidchart.com kann man beispielsweise relativ leicht Diagramme, Mindmaps und somit auch Arbeitsblätter erstellen. Ergänzt wird dies um Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des Austauschs. Statt Arbeitsblätter und Materialien offline mit Word zu erstellen und auf Tauschbörsen hochzuladen, könnte man in Zukunft direkt im Internet die Abs erstellen, die somit automatisch zum Tausch und weiterverarbeiten freigegeben wären.

Sehr interessant sind diese Dienste aber auch für das Arbeiten mit den Kindern. Kinder erstellen zum Beispiel online Arbeitsblätter, Diagramme zu einem Thema und bekommen von dem Lehrer direkt Rückmeldung.

Nachtrag:

Hab hier www.diagram.ly entdeckt. Sieht ein bisschen aus wie Visio und ist sehr leicht verständlich.

Wochenplan II – Die Materialien

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Damit die Kinder selbstständig mit ihrem Wochenplan arbeiten können und ich als Lehrer damit sinnvoll differenzieren kann, brauchen sie und ich die passenden Materialien. Und unter passend stelle ich mir folgendes vor:

Übersichtlich und klar strukturiert

Im Unterschied zu Materialien, die durch fortwährende Variation in der Darstellung und mittels möglichst interessanter Bebilderung motivierend wirken sollen, sollten meiner Meinung nach Materialien für das selbstständige Arbeiten klar strukturiert sein. Pro Seite sollte nur ein Aufgabenformat angeboten werden. Ist das Material inhaltlich reduziert, kann es in kurzen Phasen eingeführt werden und die Kinder können selbstständig damit umgehen. Erst wenn die Kinder wirklich selbstständig mit den Materialien arbeiten können, ist ein differenzierter Wochenplan erfolgreich und auch sinnvoll.

Gestaffelt

Für die Arbeit mit dem Wochenplan sehe ich gestaffelte Materialien als sehr geeignet an: Staffelung bedeutet für mich bspw. die Reduzierung auf bestimmte rechtschriftliche oder mathematische (Zahlen-) Bereiche oder Lesehefte mit bestimmten Anspruchniveaus. Gestaffelte Hefte erfahrungsgemäß für für viele Kinder eine sehr große Motivation. Haben sie intensiv und gut gearbeitet, bekommen sie das nächste Heft. So sind die Ziele der eigenen Arbeit transparent und sie haben ein Erfolgserlebnis. Darüber hinaus haben gestaffelte Hefte mit klar beschriebenen Schwierigkeitsgraden eine sehr wichtige Funktion für die Förderung. Wenn ich durch Diagnose den Kenntnisstand eines Kindes festgestellt habe, kann ich ihm gezielt ein Material, in dem es schwerpunktmäßig daran arbeitet, als Förderung zukommen lassen und in dem Wochenplan eintragen. Im besten Fall wären die Materialien als Kopiervorlagen vorhanden. Da nicht alle Kinder das gleiche Material bekommen wäre ich so flexibler, und könnte nur die Anzahl der benötigten Materialen herstellen.

In den folgenden Posts möchte ich konkrete Materialien vorstellen.

 

Pinguinpost

Seit Januar besitzt meine Schulklasse – die Pinguinklasse – einen eigenen Blog. Kindgemäß heißt er www.pinguinpost.de. Die Doppelbedeutung des kindgemäßen Begriffs Post und Posting gefiel mir. Die  folgenden Überlegungen haben zu diesem Blog geführt.

Warum sollen die Kinder schreiben?

Die Geschichte der Woche

Lehrplanbezug in NRW besteht fast in jedem Fach. Zum Beispiel sollen die Kinder im Sachunterricht „am PC mit Textverarbeitungs-, Lern- und Übungsprogrammen“ arbeiten.

Natürlich erlernen die Kinder einen produktiven Umgang mit dem Medium PC und grundsätzliche Begriffe in der direkten Anwendung. Sie erfahren das Internet als Mitmachnetz statt als Fernsehen 2.0.

Technik

Bei der Suche nach einem geeigneten System habe ich mir zuerst das Mäuselabor von Florian Emrich angeschaut. Da ich jedoch eine Seite gestalten wollte, die teilweise öffentlich sein sollte, habe ich mich dagegen entschieden und unterschiedliche Content Management Systeme ausprobiert. Ein reduziertes, leichtes und schnell für Kinder verständliches war meiner Meinung nicht dabei. Die unglaubliche Vielfalt an WordPress Plugins führte mich zu WordPress (zurück) und zu folgendem Aufbau:

Zutritt zu dem geschützten Bereich haben nur die Schüler mit ihrem Passwort. Jeder Schüler muss sich also erst einmal einloggen. So kann auch nachverfolgt werden, werden welches Kind etwas geschrieben oder kommentiert hat, da unter ihren Texten ihre Namen erscheinen.

Mit dem Plugin Adminimize habe ich die Rechte der Kinder im Blog stark reduziert. Sie dürfen nur noch eigene Texte ansehen und neue schreiben. Veröffentlichen dürfen sie diese nicht. Das mache ich nach Korrektur und ggf. Überarbeitung.

Mit dem Plugin WP-Userlogin habe ich auf die Startseite ein Login eingerichtet. So können die Kinder sich auf der Startseite einloggen um Texte zu lesen und zu kommentieren. Möchten sie eigene Texte schreiben, so werden sie in das Backend weitergeleitet.

Um die Lesbarkeit der einzelen Bereiche des Blogs zu erhöhen, habe ich noch überflüssige Texte in dem Template entfernt. Kommentare werden immer direkt unter den Artikeln angezeigt.

Beginn

Erst habe ich die Seite mit Beispielinhalten bestückt.  Dann habe ich sie den Kindern präsentiert. In einem dritten Schritt wurden die Eltern in einem Elternbrief darüber informiert. Gleichzeitig habe ich mir für jedes Kind die Erlaubnis der Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen eingeholt.