Ideen zu einer OER Materialdatenbank

Vor neun Jahren hab ich in mühevoller Handarbeit und mit rudimentären Programmierkenntnisse  damals aktuelle Unterrichtsmaterialien in eine Datenbank eingegeben (ca. 9000!). Herausgekommen ist dabei die Grundschuldatenbank. Sie ist zwar immer noch online, aber natürlich stark veraltet. Viele Links, die leider ins Leere laufen. Eine ständige Wartung der Seite ist mir leider nicht möglich. Die aktuelle Diskussion um den Schultrojaner und die offenen Lernmaterialien (OER) zeigen mir jedoch, dass die Grundidee richtig war: Die dezentral und verstreut angeboten Materialien in einer Datenbank zusammenbringen, so dass man sie mit einer Suchfunktion wieder auffinden kann.
Auf der Grundlage meiner Erfahrung mit der Grundschuldatenbank hier ein paar Überlegungen. Vielleicht traut sich ja mal einer an das Thema:
Der Grundaufbau der Seite war sinnvoll. Von interessanten Seiten hab ich immer alle angebotenen Materialien einzeln in die Datenbank eingebracht. Die Links führten dann auf die Seite des Anbieters. Einen direkten Download gab es nicht. Schwierig war die richtige Verschlagwortung. Die Begriffsvielfalt im Bereich der Pädagogik erschwert dies und macht genaue Vorüberlegungen notwendig. Dies ist für eine späterer Nutzung absolut notwendig. Meiner Meinung nach müssten diesbezügliche Vereinbarungen getroffen werden. Auch ist es sinnvoll, schulformspezifische Datenbanken zu erstellen.
Die manuelle Eingabe war sehr zeitaufwendig, ist jedoch unumgänglich. Aber: Viele Hände, schnelles Ende. Koordinierte Zusammenarbeit wäre hier sehr sinnvoll.  Vorbild wäre hier das DMOZ (Open Directory Project). Vorschlagen und dann redigieren durch ein Team.
Alle bisherigen Anbieter mit ins Boot holen. Unter 4teachers oder unterstufe.ch haben sich große Anbieter von freien Inhalten etabliert. Eine Zussammenarbeit wäre dringend notwendig. Fehlt einer von diesen Anbietern, muss ich mich als Suchender immer noch durch mehrere Seiten quälen.
Das Design meiner Grundschuldatenbank war natürlich sehr schlicht. Hier wäre eine Vorschau auf die Materialien notwendig, eine Kommentar- und Bewertungsfunktion natürlich auch.
Und dann die Sache mit den toten Links. Hierfür gibt es doch bestimmt schon eine technische Lösung, so dass man nicht alle Links per Hand testen muss?
Was meint ihr? Oder ist das doch der Holzweg und es müsste was ganz anderes her?

 

Wie Kinder selbstständig bloggen können

In diesem Artikel beschreibe ich, wie ich einen WordPress Blog so gestaltet habe, dass Kinder unsere Grundschule selbstständig in ihm Texte veröffentlichen können.

Die Einrichtung eines Blogs für meine damalige Klasse hab ich an dieser Stelle schon einmal beschrieben. Da ich von der Idee, Kindern dass selbstständige Bloggen zu ermöglichen, sehr überzeugt bin, möchte ich das Vorhaben auf meine ganze Schule ausdehnen. Daher habe ich den Blog auch umbenannt. Er heißt jetzt www.Schreib-ecke.de.

Zielsetzungen

Von dem Einsatz des Blogs verspreche ich mir Folgendes:

Dadurch, dass die Kinder Rückmeldungen zu ihren Texten bekommen, lernen sie das adressatenbezogene Schreiben von Texten. Sie müssen auf Nachfragen reagieren und lernen so präziser zu formulieren und die Erwartungen der Leser einzubeziehen.

Das Schreiben bekommt Ernstfallcharakter. Texte zu schreiben, die veröffentlicht werden, ist für die Kinder sinnvoll. Dies wirkt sehr motivierend.

Es findet eine inhaltiche Öffnung von Unterricht statt, da die Kinder über ihre eigenen Themen schreiben können. So finden diese Einzug in den Unterricht.
Die Schule öffnet sich außerdem nach außen. Sie gibt Einblicke in den Unterricht, da auch ihre Ergebnisse im Blog veröffentlicht werden.

Der grundlegende Aufbau

Der Blog – eine zweiseitige Angelegenheit 

Ein WordPress Blog besteht aus zwei Bereichen. Es gibt eine Vorderseite (Frontend) und eine Rückseite (Backend).

Das Frontend ist üblicherweise öffentlich im Internet einzusehen. Dort erscheinen die Artikel (Posts). Die aktuellsten sind immer an erster Stelle. Sie können von allen Besuchern kommentiert werden.

Zugang zum Backend gibt es nur mit Passwort. Hier werden die Artikel geschrieben und verwaltet. Je nach eingestellten Berechtigungen können hier die grundlegenden Einstellungen bezüglich Aussehen und Funktionen des Blogs vorgenommen werden.

Autoren und Redakteure

WordPress bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Benutzgruppen anzulegen. Wie bei einer Zeitung gibt es Autoren und Redakteure. Für die technischen Belange ist der  Administrator zuständig. Die Kinder unserer Schule haben die Funktion von Autoren. Sie können Texte schreiben, speichern und zur Veröffentlichung vorschlagen. Dies passiert alles im Backend.

Die Lehrer sind die Redakteure. Sie bekommen Texte, die von den Kindern veröffentlich werden sollen, zur Revision. Sind sie fehlerfrei und inhaltlich akzeptabel, können sie mit einem Klick veröffentlicht werden und sie erscheinen im Blog (Frontend).

Details in der Umsetzung

104 Kinder als Autoren

Damit alle Kinder der Schule mit der Schreib-Ecke arbeiten können, mussten 104 Kinder als Autoren angelegt werden. Dies konnte zum Glück mit einem Plugin schnell erledigt werden. Import User vom CSV ermöglicht den Import mittels einer Liste, die in Excel erstellt werden und mit der Dateiendung csv gespeichert werden kann. Aus Datenschutzgründen hab ich generell nur die Vornamen der Kinder importiert.

Einfaches Backend

Das Backend enthält auch für Autoren noch immer sehr viele Funktionen. Dies wirkt etwas unübersichtlich und überfordert die Kinder. Da die Kinder möglichst selbstständig mit dem Blog umgehen sollen, hab ich es stark vereinfacht. Dies ermöglicht das Plugin Adminimize. Wie auf dem Bild oben zu sehen, haben die Kinder nur noch auf zwei Bereiche Zugriff. Sie könnnen ihre eigenen Texte schreiben, verwalten und zur Veröffentlichung vorschlagen. Darüber hinaus können sie Nachrichten empfangen und antworten (s.u.) Das Backend hat somit eine für die Kinder leicht verständliche Form.

Nachrichten

Da nach den ersten Einführungen schnell bei mir der Wunsch aufkam, den Kindern kurze Rückmeldungen zuschicken zu können, hab ich ein passendes Plugin für diesen Zweck gefunden. Da damit grundsätzlich eine Kommunikation unter allen Nutzern möglich ist, hab ich dies für meine Zwecke etwas angepasst. Jetzt kann ich allen Kindern eine kurze Nachricht schicken, sie können aber nur mir antworten.

Inhalte

Inhaltlich ist der Blog offen. Er soll in den Unterricht integriert werden. Es ist zum Beispiel möglich, als Ergebnissicherung in projektorientierten Arbeitsphasen einen Artikel für den Blog zu schreiben. Oder einen Schreibanlass auch jeweils am PC umzusetzen und dann zu veröffentlichen. Wir werden bestimmt noch viele Möglichkeiten finden.
Darüber hinaus haben die Kinder die Möglichkeit, auch in Phasen der Freiarbeit und von zu Hause aus, eigene Texte zu verfassen. Dafür gibt es keine inhaltlichen Vorgaben.

Einführung in den Klassen

Seit zwei Wochen beginne ich nach und nach mit der Einführung des Blogs in den Klassen. Uns stehen dafür in jedem Raum fünf Rechner, die miteinander vernetzt sind, zur Verfügung. Begonnen habe ich mit dem vierten Schuljahr. Dabei habe ich diese Vorgehensweise gewählt: Ich stelle den Klassen immer grob vor, worum es geht und zeige dann einzlenen Kindern, wie sie sich einloggen und eigene Texte schreiben können. Die Kinder können dann mit ihrem Benutzernamen und Passwort erste Texte schreiben. In den nächsten Wochen fungieren diese Kinder dann als Experten und geben ihr Wissen dann an andere Kinder der Klasse weiter. In dieser Woche hab ich die Eltern über die Schreib-Ecke mittels Elternbrief informiert und zugleich auch einen kurzen Artikel mit wesentlichen Informationen auf unserer Schulseite veröffentlicht.